Handlettering

 

Was ist Handlettering?

 

 

Als ich zum ersten Mal von Handlettering hörte, hatte ich keine Ahnung, was das ist – bis ich die Abschlussarbeit einer ehemaligen Schülerin bestaunen konnte. Ich war begeistert, mit wie viel Hingabe und Musse sie ihre Arbeiten erstellt haben musste. Dass ich jemals selber das Handlettering ausprobieren würde, lag für mich damals noch in weiter Ferne. Schliesslich wusste ich von der Primarschule her noch, dass meine Schrift nicht schön ist, egal wie viel Mühe ich mir gebe. Ich schaffte es notenmässig im so genannten „schön Schreiben“ nie über eine 4,5 obwohl ich meiner Schwester nacheiferte, die einen Sechser nach dem anderen einheimste. Tja, das war nur einer der vielen Unterschiede zwischen uns.

 

Meine sofortige Begeisterung

 

Als ich aber für McPaperland ein Tombow Handlettering-Set ausprobieren durfte, konnte ich fast nicht mehr damit aufhören. Ich war Fan von all diesen schönen Stiften, mit denen ich sofort eine einigermassen schön geschwungene Linie zeichnen konnte. Im Set dabei war auch ein Heft, das Buchstaben vorgegeben hatte, die ich auf der ganzen Linie nachzeichnen konnte, um eine ruhigere Hand und einen gewissen Fluss zu bekommen. Diese Übung erinnerte mich ebenfalls wieder an die Schule, dieses Mal an die erste Primarklasse, wo ich offiziell das Schreiben erlernte. Stundenlang zeichnete ich damals die Buchstaben meines Lehrers nach, die ganz schön auf der Linie hätten bleiben sollen.

 

 

Wie wichtig ist das Material beim Handlettering?

 

 

Beim Handlettering geht es aber nicht nur am das schöne Schreiben an sich, sondern um Kreativität, Mut und ganz viel Übung. Es gibt online oder in fixfertigen Sets wunderbare Vorlagen, mit denen man seine Fähigkeiten verbessern kann. Natürlich hat man mit professionellen Stiften einen grossen Vorteil, denn mit Druck werden deren Linien dicker, mit weniger Druck dünner. Es ist aber auch möglich, einen klassischen Filzstift zu verwenden, und Linien einfach nachzuziehen, damit sie dicker erscheinen. Doch nicht nur die Stifte sind zentral beim Handlettering sondern auch das Papier, oder die Unterlage allgemein. Je feiner die Unterlage, desto kontrollierter kann gezeichnet oder geschrieben werden und desto weniger nehmen die Stifte Schaden.

 

 

Geht es nur ums schön Schreiben?

 

 

Wer es einmal geschafft hat, schön geschwungene und verschnörkelte Linien oder Buchstaben und Zahlen zu schreiben, der kann sich nun auch der Farbe widmen. In einigen Sets gibt es einen Blender-Stift, der die Farbe etwas verdünnt und so einen schönen Übergang zur Unterlage oder eine Art Schatten erstellt. Auch dieser Schritt erfordert etwas Übung, will man ein ansehnliches Resultat erzielen.

 

 

Zur Ruhe kommen dank Handlettering

 

 

Wie bei den meisten Fertigkeiten, die man im Leben erwirbt, geht auch da nichts über die Übung. Genau hier sehe ich den positiven Aspekt für viele vom Job gestresste Menschen. Sich einmal für eine längere Zeit etwas hingeben, kreativ sein, sich in einer Sache verlieren, dies fehlt vielen Leuten. Zu oft ist der Alltag ein hin und her Rennen, zur Ruhe kommen und Zeit für sich selber hat da keinen Platz. Das Handlettering kann uns sogar in einen fast schon meditativen oder hypnotisierten Zustand bringen, wenn wir uns so der Kreativität hingeben. Dass es da einmal nicht um Leistung oder um das Ziel geht, sondern der Weg im Mittelpunkt steht, finde ich zusätzlich spannend. Mit jeder Stunde wird man Fortschritte erkennen und mit jeder Stunde wird auch der Geist freier und die Kreativität aktiver. Probieren Sie es aus – ich wünsche Ihnen viel Spass dabei.

 

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